Paketzustellung in Deutschland: Paketzusteller von Hermes
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“Ihre Sendung ist angekommen...“, diese Mitteilung hinterlassen Paketboten jeden Tag zigfach bei Empfängern, die nicht zu Hause waren.

Onlinehandel

Hermes mit neuem Liefermodell: Nehmen Sie als Nachbar das Paket an  - und kassieren Geld

Der zunehmende Onlinehandel bringt ein Dilemma mit sich: Viele Empfänger sind nicht zu Hause, wenn das Paket kommt. Ein Zusteller testet nun ein durchaus lukratives Modell.

  • Paketdienste in Deutschland haben immer mehr zu tun
  • Hermes testet erfolgreich ein Bonussystem für Nachbarn
  • Amazon liefert immer mehr Pakete selbst aus - und die Post zieht Konsequenzen

Graben/Hamburg - Onlineshopping hat die Arbeit der Paketdienste verändert - und vor allem intensiviert. Wegen der Rücksendungen, und wegen der Empfänger, die zahlreich nicht zu Hause sind, um ihre Sendung entgegenzunehmen. Darauf reagiert der Paketdienst Hermes. Das Unternehmen will hilfsbereite Nachbarn künftig belohnen, wenn sie Sendungen für die eigentlichen Adressaten annehmen.

Diese „Paketfüxxe" sollten im Rahmen eines Pilotprojektes in mehreren deutschen Großstädten eine Vergütung erhalten, wenn sie regelmäßig Sendungen entgegennehmen, wie Hermes am Montag mitteilte. Demnach soll es 30 Cent pro Paket geben - unabhängig davon, welcher Zustelldienst das Päckchen liefert.

Neues Liefermodell mit Nachbarn in Nürnberg bereits ein großer Erfolg

Hermes will nach eigenen Angaben nun Erfahrungswerte darüber sammeln, ob sich neue kundenfreundliche Zustellmöglichkeiten schaffen lassen. Dies berge auch das Potenzial, sich entlastend auf die Verkehrssituation auszuwirken und CO2-Emissionen einzusparen, erklärte das Unternehmen.

Zielgruppe des „Paketfuxx"-Pilotprojekts sind demnach Menschen, die tagsüber regelmäßig daheim sind und Interesse an zusätzlichen Einnahmen haben, wie Hermes mitteilte. Das Unternehmen testet bereits: In Nürnberg. Dort kommt das Konzept nach Angaben des Unternehmens so gut an, dass der Service nun auf Berlin, Leipzig und Dresden ausgeweitet wird. Und das, obwohl es nur 30 Cent pro Paket gibt.

Paketzulieferer im Wettstreit: Onlinehandel boomt und Amazon macht Druck

Paketempfänger sollen dabei direkt bei einer Onlinebestellung einen „Paketfuxx" als Lieferadresse angeben können. Hermes hält es für möglich, die Nutzung des Service auch anderen Zustellunternehmen oder Onlinehändlern anzubieten, wenn der Aufbau eines entsprechenden Netzwerks gelingt. „Wir möchten mit dem PaketFuxx-Service eine ernstzunehmende Alternative im Checkout-Prozess der Onlinehändler werden", erklärte Dennis Kollmann von Hermes.

Wie es auch anders geht, damit machte die Deutsche Post in diesen Tagen von sich reden: Sie schließt ihr Paketzentrum neben dem Amazon Logistikzentrum in Graben, das speziell für die Zusammenarbeit mit dem US-Handelsriesen eingerichtet worden war. Der Grund: Amazon liefert das Meiste jetzt lieber selbst aus. Verdi reagiert auf den Schritt mit Unverständnis: „Es ist mehr als genug Arbeit in der Branche da“, meint der Postdienst-Experte von Verdi in Bayern, David Merck. „Die großen Wettbewerber der Paketbranche erhöhen deswegen ihre Kapazitäten.“ Der Stress sorgt nicht zuletzt dafür, dass Angestellte der Lieferdienste sich immer wieder Fehltritte leisten. Etwa ein Paketbote, der eine ungewöhnliche Zustellmethode anwendet. Ein anderer liefert ein Paket mit großer Verzögerung und gewinnt mit seiner Entschuldigung die Internet-Comunity für sich.

Ein peinliches Geständnis auf einem DHL-Zettel sorgt für Lacher: "Entschuldigung, ich habe ..."

Ein Paketzusteller hat mit einer rigorosen Aktion für Kopfschütteln gesorgt. Kenn man den Inhalt des Pakets, wird der Frust des Empfängers noch verständlicher.

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