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Durchschnittlich 500 Euro mehr: Rente in Österreich ist deutlich höher als in Deutschland

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Aus Sicht vieler Menschen in Deutschland ist die Rente in der Bundesrepublik zu niedrig. In Österreich erhalten Rentner hingegen knapp 500 Euro mehr. Woran liegt das?

Bremen – Beschäftigte zahlen in der Regel während ihres Berufslebens stetig in die Rentenkasse ein. Damit wird im Alter die Rente finanziert, die das Gehalt ersetzen soll. Doch reicht das erhaltene Geld auch wirklich für einen würdevollen Lebensabend oder ist die Rente in Deutschland zu niedrig?

Österreicher erhalten deutlich mehr Rente als Menschen in Deutschland

Immer wieder zeigen Umfragen, dass Rentnerinnen und Rentner mit der Höhe ihrer Rente nicht zurechtkommen. Besonders in einer aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts INSA Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) äußerten 81 Prozent der Ostdeutschen Unzufriedenheit mit ihren Rentenzahlungen. Im westlichen Teil Deutschlands liegt dieser Wert bei 68 Prozent. Insbesondere bei Menschen mit geringen Rentenbezügen ist die Unzufriedenheit noch ausgeprägter.

Viele Menschen in Deutschland sind mit der Höhe ihrer Rente unzufrieden – in Österreich ist diese deutlich höher.
Viele Menschen in Deutschland sind mit der Höhe ihrer Rente unzufrieden – in Österreich ist diese deutlich höher. © HalfPoint Images/Imago (Symbolbild)

Im Jahr 2022 lag die durchschnittliche gesetzliche Rente in Deutschland bei 1120 Euro pro Monat, so die Angaben der Deutschen Rentenversicherung. Zur Einordnung: Laut Statistischem Bundesamt liegt die Armutsgrenze bei 1250 Euro im Monat. Dagegen bekamen Pensionist in Österreich monatlich im Durchschnitt 1646 Euro. Ein wesentlicher Grund für diesen Unterschied ist der höhere Beitragssatz, der während des Erwerbslebens in die Rentenkasse eingezahlt wird.

In Österreich beträgt dieser Satz 22,8 Prozent, während in Deutschland nur 18,6 Prozent vom Einkommen in die Rentenversicherung fließen. Diese höhere Beitragsleistung erklärt bereits zur Hälfte den Unterschied in den Rentenhöhen zwischen den beiden Ländern.

Weitere Faktoren sorgen für höhere Renten in Österreich

Laut der Deutschen Rentenversicherung sind in Österreich nahezu alle Beschäftigungsgruppen verpflichtet, in die Rentenkasse einzuzahlen. Im Gegensatz dazu haben in Deutschland beispielsweise Selbstständige die Wahl, ob sie Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung leisten möchten. Diese verpflichtende Einbeziehung der Selbstständigen in Österreich erklärt weitere 30 Prozent des Unterschieds in der Rentenhöhe zwischen den beiden Ländern.

Ein zusätzlicher Faktor, der zur höheren Rentenzahlung in Österreich beiträgt, ist die jüngere Bevölkerungsstruktur. Durch eine verhältnismäßig junge Bevölkerung stehen mehr Einzahlende zur Verfügung, was das Rentensystem stabiler macht und höhere Renten ermöglicht. In Österreich gibt es neben den bereits genannten Aspekten weitere Unterschiede im Rentensystem im Vergleich zu Deutschland. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass ein Rentenanspruch in Österreich erst nach 15 Beitragsjahren entsteht, während in Deutschland bereits nach fünf Jahren Anspruch auf Rente besteht.

Ein weiterer Unterschied betrifft den Umgang mit dem demografischen Wandel. In Österreich werden die finanziellen Risiken, die durch Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur entstehen, ausschließlich vom Bund getragen. Das bedeutet, dass sowohl die Beitragszahlenden als auch die Rentenbeziehenden keine zusätzlichen Belastungen zu befürchten haben. In Deutschland hingegen tragen auch diese die Konsequenzen dieser demografischen Entwicklungen. (rd)

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