Maskenpflicht im Lebensmitteleinzelhandel

Kaufland, Lidl und Aldi: Maskenpflicht beim Einkauf ignoriert? So reagieren die Supermärkte

Durch die Dauer der Coronavirus-Pandemie werden immer mehr Kunden der Maskenpflicht überdrüssig - so reagieren Kaufland, Lidl und Aldi darauf.

  • Die Coronavirus-Pandemie verlangt der Bevölkerung viel ab.
  • Verordnungen wie die Maskenpflicht stören immer mehr Menschen.
  • Kaufland, Lidl und Aldi gehen gegen Masken-Muffel dementsprechend vor.

Ein Discounter irgendwo in Deutschland in Zeiten des Coronavirus. Im Markt herrscht reges Treiben. Und die anwesenden Kunden tragen alle Mund-Nasenschutz, halten sich an die vorgeschriebenen Abstandsregeln. Alle Kunden? Nein, nicht alle! Zwei Halbstarke sind im Markt zugange. Der eine von ihnen trägt Maske, doch baumelt ihm die eher locker ums Kinn. Der andere verzichtet gleich ganz auf den Schutz, wie echo24.de* berichtet. Die anderen Kunden schauen die beiden jungen Männer zwar entsetzt an, trauen sich aber nicht, etwas zu sagen. Ebenso wenig wie die Markt-Mitarbeiter.

NameKaufland
Gründung1968
SitzNeckarsulm
Umsatz21,42 Milliarden Euro
Mitarbeiter132.000

Je länger die Coronavirus-Pandemie anhält und Einschränkungen gelten, desto größer wird die Zahl der Masken-Muffel in Deutschland. Dabei ist in Anbetracht steigender Infektionszahlen das Missachten der Maskenpflicht nicht nur ein Kavaliersdelikt, sondern grob fahrlässig. Während die Polizei jedoch zum Beispiel wie in Heilbronn* im öffentlichen Nahverkehr und dessen Anlagen und Haltestellen kontrollieren, Verwarnungen aussprechen und Anzeigen ausstellen kann, obliegt die Handhabe in Discountern und Supermärkten dem Eigentümer selbst. Aber wie handhaben drei der ganz großen Lebensmitteleinzelhändler die Umsetzung der Maskenpflicht in ihren Filialen?

Lidl Neckarsulm: In manchen Filialen kontrolliert Security-Personal das Einhalten der Maskenpflicht

Der Discounter Lidl mit Sitz in Neckarsulm bei Heilbronn orientiert sich hinsichtlich einer Maskenpflicht an den Vorgaben der Behörden vor Ort* und setzt diese entsprechend um. Wie das aussieht, erklärt eine Unternehmenssprecherin: „Am Eingang der Filiale informieren wir Kunden auf Plakaten, dass Mund und Nase bedeckt sein müssen.“ Wenn es behördlich vor Ort angeordnet sei, „werden unsere Mitarbeiter dahingehend sensibilisiert, bei Bedarf auf die Maskenpflicht hinzuweisen“.

Wir appellieren an jeden einzelnen, verantwortungsvoll mit der Situation und rücksichtsvoll miteinander umzugehen.

Eine Lidl-Unternehmenssprecherin

Sind Kunden des Discounters, der derzeit wegen seiner App für reichlich Diskussionsstoff sorgt*, mittels ärztlichem Attest vom Tragen einer Maske befreit, kann er in den Lidl-Filialen ohne Mund-Nasenschutz einkaufen. Die Unternehmenssprecherin weist ausdrücklich darauf hin: „Wir appellieren an jeden einzelnen, verantwortungsvoll mit der Situation und rücksichtsvoll miteinander umzugehen.“ Dennoch setzt Lidl in manchen seiner Filialen Security-Personal ein, die im Markt selbst die Einhaltung der Maskenpflicht kontrollieren.

Aldi Süd: Lidl-Rivale erhält viel Kunden-Zuspruch für Maskenpflicht

Lidl-Rivale Aldi richtet sich nach den Vorgaben der Behörden und den Coronaschutzverordnungen der jeweiligen Bundesländer. Heißt: Maskenpflicht in allen Filialen. Eine Unternehmenssprecherin von Aldi Süd, über das vor kurzem aus anderem Grund ein Shitstorm hereingebrochen ist*, erklärt: „Geeignet sind Mund-Nasen-Masken, darüber hinaus können auch andere Arten von Bedeckungen wie Schals oder Tücher verwendet werden, solange Mund und Nase vollständig bedeckt sind.“ Kommuniziert werde die Maskenpflicht in den Filialen durch Hinweisplakate im Eingangsbereich.

Aldi Süd erlaubt „im Rahmen des allgemeinen Hausrechts“ das Betreten der Filiale nur mit Mund-Nasen-Bedeckung. Allerdings obliegt den Mitarbeitern vor Ort die Einschätzung, wie konsequent die Maskenpflicht gegenüber Kunden ausgesprochen wird. Aldi Süd teilt mit, dass dies „freundlich“ geschehen solle. Und wie ist die Erfahrung des immer nachhaltiger werdenden Discounters* mit Masken-Muffeln? Dazu heißt es: „Nur vereinzelt kommt es vor, dass Kunden ohne Maske einkaufen gehen. Allgemein herrscht eine große Akzeptanz für die Notwendigkeit der Maßnahme.“

Kaufland Neckarsulm: Maske ist für Kunden verpflichtend beim Einkauf

Ähnlich ist der Umgang mit der Maskenpflicht bei Kaufland, das wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört, die jetzt ihr Geschäftsfeld erweitert hat*. Auch beim Vollsortimenter aus Neckarsulm bei Heilbronn werden die Kunden darüber informiert - durch Aushänge, Bodenaufkleber und Durchsagen. Vonseiten des Unternehmens heißt es dazu: „Kunden, die keinen Mundschutz tragen, weisen wir freundlich auf die Verordnung hin. Sofern sie keinen in der jeweiligen Verordnung vorgesehen Ausnahmegrund vorbringen können, bitten wir sie um Verständnis, dass das Tragen einer entsprechenden Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend für den Aufenthalt in Einzelhandelsgeschäften ist.“

Kaufland Neckarsulm weist die Kunden in seinen Filialen am Eingang auf die Maskenpflicht hin.

Damit hat Kaufland in seinen Filialen bislang gute Erfahrungen gemacht: „Die überwiegende Mehrzahl unserer Kunden richtet sich nach dieser Verordnung und trägt eine Mund-Nasen-Bedeckung.“ Allerdings hat Kaufland keine Möglichkeit, das Tragen einer Maske einzufordern - im Gegensatz zu Ordnungsbehörden oder der Polizei. Dass das Unternehmen aber auch rigoros handeln kann, hat zuletzt auch schon ein prominenter Werbepartner* erfahren. Und genauso geht Kaufland mit notorischen Masken-Muffeln um - DENN: „Gegebenenfalls machen wir von unserem Hausrecht Gebrauch.“ *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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