1. Costa Nachrichten
  2. Verbraucher
  3. Konsum

Magnesium-Überdosierung: Diese Symptome und Gefahren sollten Sie kennen

Erstellt:

Von: Nadja Austel

Kommentare

Der lebensnotwendige Mineralstoff Magnesium muss durch die Nahrung zugeführt werden. Doch neben einem Magnesium-Mangel birgt auch die Überdosierung Risiken.

Frankfurt – Magnesium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, auf den der Körper angewiesen ist. Es muss über die Nahrung aufgenommen werden, da der Körper ihn nicht selbst bilden kann. Es zählt dabei zu den Mikronährstoffen, die unsere Zähne und Knochen gesund halten – ähnlich wie Calcium.

Und auch für den Energiestoffwechsel ist es unentbehrlich: Die Muskeln brauchen Magnesium, um normal zu arbeiten und auch für die Nerven ist es unentbehrlich. Ein Mangel an Magnesium kann daher zu Muskelkrämpfen und Ermüdungszuständen führen. Doch auch ein Überschuss kann gefährlich werden.

Das Trend-Gewürz Kurkuma kann zwar beim Abnehmen helfen, aber auch unerwünschte Nebenwirkungen, wie Magenschmerzen, hervorrufen.
Neben einem Magnesium-Mangel birgt auch die Überdosierung Risiken. Symptome wie Übelkeit und Erbrechen können auftreten. (Symbolbild) © Thomas Trutschel/Imago

Magnesium-Mangel: Die Angst vor den Folgen kann zur Überdosierung führen

Richtig ist, dass eine Verbesserung der körperlichen und psychischen Funktionen durch Magnesium-Zufuhr erzielt werden kann, jedoch lediglich dann, wenn zuvor ein Magnesium-Mangel im Körper vorlag. Dieser kommt laut Verbraucherzentrale in Deutschland nur selten vor.

Aus Angst vor Mangelerscheinungen greifen gesundheitsbewusste Menschen häufig zu magnesiumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln, die laut Verbraucherzentrale und Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) allerdings häufig zu hoch dosiert sind. Die Folge kann eine Magnesium-Überdosierung mit unerwünschten Nebenwirkungen sein.

Magnesium-Überdosierung: Symptome bei Magnesium-Überschuss

Ist zu viel Magnesium in den Körper gelangt, versucht der Körper zunächst den Überschuss durch Ausscheidung auszugleichen. In einigen Fällen ist das jedoch nicht möglich – es kommt zu Vergiftungserscheinungen. Eine Vergiftung mit Magnesium wird medizinisch als Hypermagnesiämie beziehungsweise Magnesium-Überschuss bezeichnet. Die Symptome von mild bis schwer sind:

Magnesium-Überschuss: Symptome, Folgen und maximale Tageszufuhr

Überdosierungen von Magnesium können unangenehme Folgen haben. Bei einer zusätzlichen Magnesiumzufuhr ab 300 Milligramm pro Tag kann es zu Durchfällen und Magen-Darm-Beschwerden kommen. Eine Dosis von über 2500 Milligramm pro Tag kann sogar sehr gefährliche Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall, Muskelschwäche oder Herzstillstand haben.

Deshalb sollte unbedingt auf die in dem Produkt enthaltene Tagesmenge an Magnesium geachtet werden. Außerdem wird von der Verbraucherzentrale und der BfR empfohlen, die Zufuhr auf mehrere Portionen über den Tag verteilen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt lediglich „Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr“ von Magnesium pro Tag an. Zu beachten ist, dass hier ein Gesamtwert genannt wird, der das aus der Nahrung aufgenommene Magnesium miteinbezieht:

AlterMilligramm pro Tag bei männlichem GeschlechtMilligramm pro Tag bei weiblichem Geschlecht
Jugendliche von 13 bis unter 15 Jahren280240
Jugendliche von 15 bis unter 19 Jahren330260
Erwachsene ab 19 Jahren350300
Schwangere(keine Angabe für Transgender-Personen)300
Stillende(keine Angabe für Transgender-Personen)300
Quelle: DGE

Magnesium häufig überdosiert: 57 Prozent der Präparate überschreiten die Höchstdosis

Eine Untersuchung der Verbraucherzentralen im Oktober 2016 ergab, dass 64 Prozent der untersuchten magnesiumhaltigen Nahrungs­ergänzungsmittel eine höhere Menge enthielten als die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlene Tageshöchstdosis in Nahrungsergänzungsmitteln von 250 Milligramm. In der Wiederholungsuntersuchung in 2020 waren es immer noch 57 Prozent.

Laut einer Studie der Leibniz-Universität Hannover aus 2015 ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln „bis auf seltene Ausnahmen“ nicht gleichzusetzen mit einer Überdosierung. Allerdings: Magnesium ist eine eben dieser seltenen Ausnahmen. Wie die Studie zeigte, überschreiten mehr als 22 Prozent der Personen, die magnesiumhaltige Nahrungs­ergänzungsmittel verwenden, die Empfehlung einer zusätzlichen Magnesiumaufnahme von maximal 250 Milligramm pro Tag. (Nadja Austel)

Hinweis der Redaktion

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

Auch interessant

Kommentare