Mehl im rohen Teig kann beim Naschen gefährlich werden, besonders für Kinder und Schwangere (Symbolbild).
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Mehl im rohen Teig kann beim Naschen gefährlich werden, besonders für Kinder und Schwangere. (Symbolbild)

Plätzchen-Saison

Mehl ist riskant: Deshalb kann Backen für Kinder und Schwangere gefährlich werden

Teig zu naschen gehört für viele beim Backen einfach dazu. Doch Vorsicht, neben rohem Ei kann auch rohes Mehl eine Gefahr darstellen – besonders für Schwangere und Kinder.

  • Rohen Plätzchen-Teig zu naschen kann gefährlich sein – besonders für Kinder und Schwangere.
  • Denn nicht nur in den rohen Eiern, sondern auch im Mehl liegt eine oft unterschätzte Gefahr.
  • Das müssen Verbraucher gerade beim vorweihnachtlichen Backen beachten.

Offenbach – Jetzt, wo das Wetter wieder ungemütlicher wird und es auf Weihnachten zugeht, stellt sich bei vielen Menschen die Back-Laune ganz von selbst wieder ein. Vanillekipferl, Lebkuchen und allerlei andere Plätzchen zu backen, macht gerade in der Vorweihnachtszeit besonders Spaß. Und bei den meisten gehört das Teig-Naschen dann einfach dazu. Doch es ist Vorsicht geboten, denn roher Teig birgt allerlei Gefahren. Denn nicht nur die rohen Eier im Teig sind gefährlich, sondern auch das Mehl. Für kleine Kinder und Schwangere ist die Gefahr dabei am größten.

Vorsicht vor rohem Mehl: Darum kann das Naschen von Plätzchenteig gefährlich sein

Viele Verbraucher wissen: Sind rohe Eier im Teig, dann sollten vor allem Schwangere und kleine Kinder lieber die Finger davon lassen. Denn Salmonellen können in den rohen Eiern enthalten sein und über den Teig aufgenommen werden. Die häufigsten Folgen sind Durchfall, Erbrechen und leichtes Fieber. Doch wer auf Eier verzichtet oder den Teig einfach vor dem Hinzufügen von Eiern nascht, ist noch lange nicht auf der sicheren Seite. Denn sie oder er hat die Gefahrenquelle im rohen Mehl übersehen.

2016 kam es so in den USA zu einem Infektionsausbruch in 24 Bundesstaaten. Viele Menschen infizierten sich mit sogenannten „Shiga-Toxin produzierenden E. coli“. Die Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde der USA (FDA) untersuchte die Ausbrüche und fand schnell den Übeltäter: das Mehl. Denn genau wie Ei ist auch Mehl ein Naturprodukt, das mit dem Kot von Tieren und pathogenen Keimen in Berührung kommen kann.

Beim Naschen des rohen Teigs mit Mehl kann man sich unter Umständen mit E. coli-Bakterien anstecken. Bei einer Infektion mit E. coli-Bakterien ist eines der häufigsten Symptome Durchfall, der oft auch blutig sein kann, sowie Bauchschmerzen. Gerade für kleine Kinder unter fünf Jahren, aber auch für Menschen mit geschwächtem Immunsystem und für Schwangere ist eine Erkrankung besonders gefährlich. Im schlimmsten Fall kann sie mehrere Wochen dauern und sogar zu Nierenversagen führen, so die FDA.

E. Coli-Bakterien im Mehl: Darum sollte man bei rohem Teig vorsichtig sein

Doch in der Back-Saison wollen viele Verbraucher gerade mit kleinen Kindern nicht auf Plätzchen, Kekse und Co. verzichten. Die FDA hat folgende Tipps, die die Gesundheit beim Backen schützen sollen:

  • Befolgen Sie die Verarbeitungshinweise auf der Verpackung genau.
  • Waschen Sie alle Gegenstände und Ihre Hände, nachdem sie mit Mehl in Berührung gekommen sind.
  • Roher Teig sollte getrennt von anderen Lebensmittel gelagert und gekühlt werden, wenn er nicht direkt verarbeitet wird.

Keinen rohen Teig naschen: Mehl kann für Schwangere und Kinder gefährlich sein

Die Webseite „moey‘s kitchen foodblog“ hat einen anderen Trick parat, wie man die Gefahr durch Mehl beim Plätzchen-Backen minimieren kann. So könne das Mehl keimfrei gemacht und die Gefahr einer Ansteckung mit E. coli-Bakterien beim Backen verringert werden. Dafür brauche man lediglich eine Mikrowelle oder einen Ofen und ein bisschen Vorbereitungszeit.

Die benötigte Menge Mehl könnten Verbraucher in der Mikrowelle bei zweimal zwei Minuten auf höchster Stufe erhitzen. Zwischendurch müsse das Mehl allerdings umgerührt werden. Oder man erhitzt das Mehl in einem ofenfesten Gefäß bei 120 Grad im vorgeheizten Backofen für circa zehn bis fünfzehn Minuten, so die Webseite. Dadurch könne das Mehl von gefährlichen Keimen befreit werden und dem Naschen des Keks- oder Plätzchenteigs stünde nichts mehr im Weg.

Rohes Mehl von Keimen befreienQuelle: moey‘s kitchen foodblog
In der Mikrowellezweimal zwei Minuten auf höchster Stufe, zwischendurch umrühren
Im Backofen10-15 Minuten im vorgeheizten Backofen auf 120 Grad

Vorsicht bei rohem Mehl: Am besten ganz auf das Teig-Naschen beim Backen verzichten

Am sichersten ist es gerade für Schwangere und kleine Kinder jedoch, auf das Naschen von rohem Teig vollständig zu verzichten. Denn es kann nie garantiert werden, dass das Mehl vollkommen keimfrei wird. Neben anderen Fehlern, die beim Plätzchen-Backen lauern, kann man Bauchschmerzen nach dem Naschen von rohem Teig nur dann sicher verhindern, indem man darauf verzichtet. (Sophia Lother)

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