Hobbys und Freizeit statt Arbeitsleben, ist das mit 40 Jahren schon realistisch? (Symbolfoto)
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Hobbys und Freizeit statt Arbeitsleben, ist das mit 40 Jahren schon realistisch? (Symbolfoto)

Früher Ruhestand

Rente mit 40: So kann es mit dem frühen Ruhestand klappen

Schon mit 40 Jahren dem Job den Rücken kehren und in Rente gehen? Unter welchen Umständen das möglich ist.

Frankfurt – Während das Renteneintrittsalter auch im Jahr 2022* schrittweise wie geplant ansteigt, wünschen sich immer mehr Menschen einen früheren Eintritt in den Ruhestand. Denn mehr Zeit für Familie, Freunde und Hobbys erscheint vielen begehrenswerter, als bis ins hohe Alter zu arbeiten.

Die Rente mit 63 ist eine Option,* schon früher in den Ruhestand einzutauchen. Doch einigen reicht das noch lange nicht. Sie arbeiten darauf hin, schon mit 40 Jahren in Rente* zu gehen. Doch ist das ohne massive finanzielle Einbußen überhaupt machbar?

Rente mit 40: Wie hoch sind die Chancen auf einen derart frühen Ruhestand?

Fachleute sind sich einig: Die Frührente muss akribisch geplant* werden. Bei einem früheren Eintritt in die Rente reduziert sich die Zahlung der gesetzlichen Rentenversicherung enorm. Pro Monat, für den früher eine Rente bezogen wird, wird die Zahlung um 0,3 Prozent reduziert. Falls ein Mensch also vier Jahre früher in Rente geht, bedeutet das Einbußen von 14,4 Prozent. Diese greifen dann generell und werden auch beim Erreichen des regulären Renteneintrittsalters* nicht erhöht.

Dazu kommt noch ein weiterer Faktor, denn bei der Auszahlung der gesetzlichen Rentenversicherung spielt es eine wichtige Rolle, wann man in Rente geht. Denn der Anspruch besteht für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erst maximal vier Jahre vor dem staatlich festgelegten Eintrittsalter. Fakt ist: Wer derart früh in Rente gehen möchte, sollte finanziell derart gut aufgestellt sein, dass er oder sie diese Einbußen bei der Altersvorsorge* in Kauf nehmen kann.

Rente mit 40: Was hinter Frugalisten und der Fire-Bewegung steckt

Anhänger der Frugalisten-Bewegung verzichten,* wo es nur geht, mit dem Ziel: Dem Arbeitsleben schon mit 40 oder teilweise noch früher den Rücken zu kehren. Sie sparen nicht nur beim Konsum von Luxusgütern, auch bei Nahrungsmitteln und Wohnen wird nur auf das Nötigste geachtet. Mit dem gesparten Geld soll die niedrige Rente anschließend aufgebessert werden.

Die Fire-Bewegung (Financial Independence, Retire Early) hat einen noch deutlich geschärfteren Fokus auf den Ruhestand. Auch hier wird mittels unterschiedlicher Techniken versucht, möglichst viel Geld zu sparen. Ist das ersehnte Eintrittsalter in den Ruhestand erreicht, wollen die Anhänger der Bewegung nur noch der Arbeit nachgehen, die sie wirklich reizt, wollen reisen und ihr Leben genießen. Doch wie realistisch ist das?

Mit 40 Jahren in Rente: Was wird dafür benötigt?

Ein wichtiger Faktor innerhalb der Bewegungen ist, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen möglichst lukrativen Job benötigen. Finanzberaterin Karolina Decker hat gegenüber Zeit Online vorgerechnet, ab welchem Gehalt eine Rente ab 40 zumindest in den Bereich des Wahrscheinlichen rückt. Sie erklärt, bei einem Durchschnittseinkommen von 47.700 Euro sei ein so früher Eintritt höchstwahrscheinlich nicht möglich. „Nur wer schon mit 30 Jahren ein sechsstelliges Jahresgehalt verdient, kann möglicherweise mit 40 in Rente gehen – ohne Kinder wohlgemerkt“, erklärt sie gegenüber der Zeitung.

Ein passives Einkommen beispielsweise durch private Unternehmensgründungen wie Startups könne laut der Expertin ebenfalls dafür sorgen, dass eine derart frühe Rente möglich ist.

Ein wichtiger Eckpfeiler der Bewegungen liegt außerdem darin, dass möglichst viel des gesparten Geldes investiert wird. Dazu werden unter anderem herkömmliche Aktien oder ETFs genutzt, um für die Rente* vorzusorgen. Die Expertin schildert eine Beispielrechnung. Wenn eine Person ab 30 für zehn Jahre 1000 Euro in ETFs investiert, könnte sie sich zwischen 40 und 65 stattliche 900 bis 1200 Euro monatlich sichern. Dieser Rechnung sei jedoch eine positive Marktentwicklung vorausgesetzt, so die Expertin gegenüber Zeit Online.

Rente mit 40 Jahren möglich? Das sagen Experten

Zwar ist es unter gewissen Umständen möglich, mit 40 Jahren bereits in Rente zu gehen, dennoch müssen viele Frührentner dann stark auf ihre Ausgaben achten. Denn nur weil eine derart frühe Rente möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass nicht mehr auf das Geld geachtet werden muss. Hierbei kommen Frugalisten und anderen Bewegungen jedoch ihre bereits eingeübten Routinen zupass. Außerdem profitiert von einem eingeschränkten Konsum nicht nur das eigene Konto, sondern auch das Klima. (Sophia Lother) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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