Kriegsgefahr: Bundesregierung ruft Deutsche zum Verlassen des Libanon auf
Im Grenzgebiet von Israel und dem Libanon kommt es immer wieder zu Raketenangriffen. Die Bundesregierung empfiehlt Deutschen deshalb eine sofortige Ausreise.
Beirut – Nach einem Raketenangriff auf die Golanhöhen wird mit einer Eskalation zwischen Israel und dem Libanon gerechnet. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock bekräftige deshalb eine dringende Reisewarnung, die seit Monaten gilt.
Bundesregierung spricht sich für Ausreise von Deutschen aus dem Libanon aus
Am 27. Juli 2024 ereignete sich ein tödlicher Raketenangriff auf den Golanhöhen. Zwölf Kinder und Jugendliche verloren ihr Leben durch Geschosse, die mutmaßlich von der Hisbollah abgefeuert wurden. Im Libanon wird eine militärische Vergeltungsaktion Israels erwartet. Jetzt wurde der Norden Israels erneut Ziel eines Raketenangriffs, bei dem ein 30-jähriger Zivilist ums Leben kam. Fast zehn Raketen sollen aus dem Libanon abgefeuert worden sein.

Bis dato sind keine deutschen Staatsbürger unter den Opfern. Dennoch wird vor zahlreichen weiteren Todesfällen gewarnt, sollte es zu einer Eskalation in der betroffenen Region kommen. Etwa 1300 Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft sollen sich noch im Libanon aufhalten, so ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. „Wir haben seit Oktober 2023 eine Reisewarnung und eine Ausreiseaufforderung für Libanon“, teilte der Sprecher mit. Israel griff die Hisbollah im Libanon erst im vergangenen Jahr an.
Bundesregierung warnt: Weitere Angriffe im Grenzgebiet erwartet
Die Möglichkeit einer zukünftigen Ausreise aus dem Libanon kann nicht garantiert werden. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes forderte alle im Libanon ansässigen Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft auf, die Chance zur Ausreise zu ergreifen „und dies jetzt dringlich zu tun.“ Die Bundesregierung verurteilte den Angriff auf das von Israel besetzte Gebiet: „Die fortgesetzten Angriffe der Hisbollah und anderer Akteure sind inakzeptabel.“
Die Bundesregierung, ebenso wie die amerikanische Regierung, mahnte zu dringender Deeskalation: „Es gilt gerade in dieser angespannten Situation aber auch weiterhin eine Eskalation und einen regionalen Flächenbrand zu vermeiden. Das machen wir auch immer wieder mit unseren Partnern deutlich. Alle Akteure sind aufgerufen, ihren Einfluss auf ihre Verbündeten in der Region zu nutzen. Das gilt insbesondere für Iran.“ (rd/dpa)