Engelsfiguren sind hinter einem beschlagenen Fenster zu sehen.
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Beschlagene Fenster sollten Sie möglichst vermeiden.

Ratgeber

So gefährlich sind beschlagene Fenster – und was Sie dagegen tun können

Beschlagene Fenster nach dem Duschen oder beim Kochen sind keine Seltenheit. Allerdings können Sie zur Gefahr für die Gesundheit werden. Was Sie dagegen tun können.

  • Fensterscheiben, die von innen beschlagen, können gesundheitliche Risiken wie Schimmelpilz verursachen.
  • Wichtig ist, dass Eigenheimbesitzer mehrmals am Tag stoßlüften.
  • Eine Fensterheizung sorgt für eine erhöhte Oberflächentemperatur der kalten Bereiche an den Scheiben.

Der Winter kommt in großen Schritten: Während draußen kühle Temperaturen herrschen, ist es zu Hause warm und kuschelig. Im Winter verbringen die meisten Menschen ihre Zeit gerne daheim. Umso wichtiger ist es, sich in den eigenen vier Wänden wohlzufühlen. In der dunklen Jahreszeit hilft vor allem Licht und ein klarer Blick nach draußen für noch mehr Wohlbehagen. Dies gestaltet sich schwierig, wenn Fensterscheiben beschlagen.

Der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler erklärt, warum Fenster beschlagen, weswegen der Beschlag gefährlich ist und worauf Haus- und Wohnungsbesitzer achten sollten, um den Beschlag zu vermeiden.

Wie kommt es zu beschlagenen Fenstern?

Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist oft Grund für feuchte Scheiben. Im Badezimmer ist beispielsweise das Fenster nach dem Duschen häufig nass. Auch beim Kochen beschlagen die Fenster häufig.

„Wenn warmer Wasserdampf auf eine kalte Oberfläche trifft, kondensiert der Dampf zu Wasser. In diesem Fall kondensiert und sammelt sich an den Scheiben das Wasser, da die Fensterscheibe zum kältesten Punkt der Gebäudehülle gehört. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Fenster von innen beschlagen“, sagt Matthias Klauser, Chief Revenue Officer von McMakler.

Beschlagene Fenster: Was sind die Gefahren und Risiken?

„Beschlagene Fenster verursachen Flecken an den Wänden oder gar, dass sich die Tapete von der Wand löst. Neben den optischen Nachteilen gibt es auch gesundheitliche Risiken“, warnt Klauser. Bakterien, Milben und Pilze bevorzugen feuchte Wände. Sie geben Partikel und Substanzen in die Raumluft frei, welche schwere Reaktionen beim Menschen hervorrufen können. Bewohner können unter anderem Reizungen an Augen, Atemwegen und Haut erleiden. Zusätzlich können Allergien auftreten. Entsprechend ratsam ist es, präventiv zu handeln, damit es erst gar nicht zu diesen Gefahren und Risiken kommt.

Einfache Abhilfe: Was kann ich gegen beschlagene Fenster tun?

Lüften, Lüften, Lüften: Um Kondenswasser zu verhindern, hilft es, auf eine konstante Raumtemperatur zu achten. Dazu gehört regelmäßiges Lüften und Abkühlen, damit die in einem warmen Raum entstehende Feuchtigkeit nach außen gelangt. „Wichtig ist, dass Immobilienbesitzer mehrmals am Tag stoßlüften. Am besten sollten sie gegenüberliegende Fenster für mindestens zehn Minuten öffnen. Dadurch kommt ein optimaler Luftaustausch zustande”, erklärt der Immobilienexperte von McMakler. Sollten Zimmer unterschiedlich warm sein, müssen dabei die jeweiligen Türen der Räume geschlossen sein. Vor allem beim Duschen und Kochen gilt: Türen zu. Des Weiteren sollten Bewohner ihre Wäsche nicht im Haus oder in der Wohnung trocknen lassen.

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Schimmelgefahr: Technische Lösungen, um beschlagene Fenster zu vermeiden

Eine weitere, einfache Methode, um hoher Luftfeuchtigkeit vorzubeugen sind Lüftungsanlagen. Diese lüften die Immobilie mithilfe von Ventilatoren an der Wand effizient und ziehen dabei die verbrauchte Luft aus Küche, Bad, Wohnzimmer oder Schlafraum. Danach strömt neue Außenluft in die einzelnen Zimmer. Der einfachste Weg ist es Lüftungsanlagen bei Neubauten direkt einzuplanen.

Hygrometer, besser bekannt als Luftfeuchtigkeitsmesser, sind ebenfalls geeignet, um festzustellen, wie feucht die Raumluft ist. Zuverlässige Ergebnisse liefern meist elektronische Geräte. Auf Zeigerinstrumente können sich Immobilienbesitzer nur dann verlassen, wenn sie geeicht sind. „Wer ein Hygrometer besitzt, kann damit die Luftfeuchtigkeit der Immobilie kontrollieren und das Lüftungsverhalten dementsprechend anpassen. Dabei sind 50 bis 55 Prozent Luftfeuchtigkeit ideal“, teilt Klauser von McMakler mit. Zu beachten ist, dass sich das Hygrometer an einer zentralen Stelle der Wohnung oder des Hauses befindet, damit es auch ins Auge fällt. Zu vermeiden sind Stellen direkt an Fenstern, in der Sonne, über der Heizung oder hinter einem Vorhang. Darüber hinaus sollten Eigentümer in Zimmern, die von Feuchtigkeit und Schimmel betroffen sind, in regelmäßigen Abständen mit dem Hygrometer messen.

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Raumluftentfeuchter (werblicher Link) können Haus- und Wohnungsbesitzer im Handel kaufen, um die Luftfeuchtigkeit in ihrem Objekt zu senken. Die Raumluftentfeuchter arbeiten ohne Strom und entziehen der Luft über ein spezielles Salzgranulat die Feuchtigkeit. Wer einen solchen Entfeuchter einsetzt, muss nur daran denken den Granulatblock regelmäßig zu wechseln. „Da diese Modelle aber nur eine geringe Leistung haben, sind diese eher nur in kleinen Räumen wie dem Gäste-WC oder in Abstellräumen nutzbar“, sagt Klauser. Wem das zu aufwändig ist, kann elektrische Raumluftentfeuchter nutzen. Ein Nachteil dieser Geräte ist, dass sie sehr viel Strom verbrauchen können. Aus diesem Grund sollten Eigentümer nur ein Gerät mit einer hohen Effizienzklasse auswählen und dieses auch nur bei Bedarf einsetzen.

„Eine weitere Möglichkeit, um beschlagene Fenster zu vermeiden ist der Einsatz einer Fensterheizung. Sie verbraucht weniger Strom und treibt Heizkosten nicht in die Höhe. Die Fensterheizung sorgt für eine Erhöhung der Oberflächentemperatur der kalten Bereiche an den Scheiben“, macht Klauser von McMakler deutlich. Dabei ist das wärmeleitende Kabel direkt an oder in einer Heizleiste am Rand der Scheibe angebracht, daher auch der Name Scheibenheizung. Immobilienbesitzer sollten die Scheibe, bevor sie das Kabel montieren, gründlich säubern und abtrocknen. Außerdem benötigen Eigentümer noch Werkzeuge wie Seitenschneider, Ab-Isolierer, Kreuzschlitz- und Flachschraubenzieher für die Montage. Falls die Kabel zu sehr stören, können sie mit einer Aluleiste abgedeckt werden. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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