1. Costa Nachrichten
  2. Verbraucher
  3. Wohnen

Wegen Abgasen finden Insekten den Weg zur Blüte nicht mehr – wie Sie dennoch Falter anlocken

Kommentare

Verschmutzte Luft hindert Nachtfalter laut einer Studie daran, Blüten anzufliegen. Mit zwei Methoden locken Sie die Schmetterlinge in den Garten und auf den Balkon.

Der Mensch freut sich, wenn er eine wohlduftende Blüte riecht. Auch Insekten nehmen Blüten, also Pollen und Nektar, über Duftstoffe wahr. Ein Forschungsteam in den USA hat jetzt herausgefunden, dass die Luftverschmutzung durch Abgase die Fähigkeit von Nachtfaltern behindert, Blüten und somit Nahrung zu finden. Luftschadstoffe könnten so die Bestäubung und die Ernte entscheidend beeinflussen, vermuten die Wissenschaftler. Um das ökologische Gleichgewicht zu erhalten, können auch Balkon- und Gartenbesitzer einen kleinen Beitrag leisten.

Abgase in Städten verringern die Entfernung, über die Falter riechen können

Wolfsmilch-Schwärmer (Hyles euphorbiae) im Schwirrflug an Phlox
Stauden-Phlox zieht sowohl tagaktive Schmetterlinge als auch nachtaktive Falter wie den Wolfsmilch-Schwärmer (Hyles euphorbiae) an. © blickwinkel/Imago

Im Fachjournal „Science“ berichteten die Forscher der University of Washington über die Studie und zeigten, dass Luftschadstoffe wie Ozon und Nitratradikale (NO3) bestimmte Duftstoffe von Blüten rasch abbauen. Vor allem die nachts vorherrschenden Nitratradikale zeigten eine große Auswirkung, indem sie bestimmte Verbindungen abbauten, die lockenden Blumendüften zugrunde liegen. Betroffen seien laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur vor allem sogenannte Monoterpene, die auf die Falter besonders anziehend wirken.

Die Blüten, im Fall der Studie Weiße Nachtkerzen, seien in der Folge für die nachtaktiven Schmetterlinge kaum oder gar nicht mehr wahrnehmbar: Die Zahl der Blütenbesuche durch Nachtfalter ging um rund 70 Prozent zurück. Nachtkerzen brauchen aber Insekten, um bestäubt zu werden. Weil weniger Falter kamen, bildeten die Pflanzen weniger Samen. In der Folge verminderte sich die Fruchtbildung der Pflanzen um etwa 30 Prozent. Das Forscherteam zeigte auch, dass die Ozon- und Nitratradikalbelastung der Atmosphäre in vielen städtischen und stadtnahen Gebieten ausreicht, um die Entfernungen, über die Bestäuber Blüten wahrnehmen können, erheblich zu verringern. 

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie im regelmäßigen Newsletter unseres Partners 24garten.de.

Nachtfalter mit Ködern und Blumen anlocken

Wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) erklärt, gibt es in Deutschland viel mehr Nacht- als Tagfalterarten, und zwar über 3.300 Nachtfalterarten und damit mehr als 95 Prozent der heimischen Schmetterlingsarten. Sie sind zwar überwiegend nacht- bzw. dämmerungsaktiv und daher für den Menschen fast unsichtbar, aber sie leisten ebenso wie Bienen und andere Insekten einen großen Beitrag zur Bestäubung und somit Vermehrung der Pflanzen.

Viele Nachtfalter ernähren sich von faulenden Früchten, aber es gibt auch Pflanzen, die erst in der Dämmerung ihre Blüten für Insekten öffnen und einen verlockenden Duft verströmen. Diese Kenntnisse kann man sich zunutze machen und die Falter in den Garten oder auf den Balkon locken:

Auch interessant

Kommentare

Teilen