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Kaffeesatz, Eiweiß und Co.: Sieben Dinge, die Sie auf keinen Fall in den Abfluss schütten dürfen

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Von: Andrea Stettner

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Wohin mit Essensresten, Frittieröl oder alten Farben? Bei vielen landen sie einfach im Abfluss. Doch das kann gravierende Folgen haben.

Wer kennt das nicht? Der Eintopf vom Wochenende riecht schon säuerlich, und dann ist da noch übriges Eiweiß vom Backen. Viele spülen Essensreste dann einfach den Abfluss hinunter. Dabei richten vor allem Lebensmittel in den Rohren verheerenden Schaden an. Andere Substanzen aus Haushalt und Garten stellen sogar eine ernsthafte Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier dar, wenn sie achtlos im Waschbecken landen.

Frau befreit verstopften Abfluss mit Pömpel. Lebensmittelreste können den Abfluss der Spüle verstopfen. Sie sollten daher nie hinuntergespült werden.
Lebensmittelreste können den Abfluss der Spüle verstopfen. Sie sollten daher nie hinuntergespült werden. © AndreyPopov/Imago

Dinge, die nicht in den Abfluss gehören

Bestimmte Substanzen aus Haushalt und Garten haben im Abfluss nichts verloren und sollten besser über den Restmüll, die Biotonne oder Sammelstellen entsorgt werden. Dazu gehören folgende Dinge:

  1. Essensreste: Lebensmittel, die in der Spüle landen, können schnell zu Verstopfungen führen. Das gilt übrigens auch für die Toilette. Kaufen Sie sich deshalb am besten ein Abflusssieb und leeren Sie es regelmäßig. Dieses hält selbst kleinste Stückchen aus dem Abflussrohr fern.
  2. Öl und Eiweiß: Auch Speisefette und Öle gehören nicht in den Ausguss. Sie setzen sich mit der Zeit an den Rohrwänden fest und können so zu einem verstopften Abfluss führen. Das gilt übrigens auch für Eiweiß, das durch Wärme gerinnt und sich dann an den Wänden ablagert. Ölreste aus Pfannen und Töpfen werden am besten mit einem Küchentuch aufgesaugt. Größere Mengen Speiseöl füllen Sie in einen Behälter um und entsorgen diesen im Restmüll.
  3. Kaffeesatz: Kaffeepulver schmirgelt die Rohre blank? Dieser Küchen-Mythos ist leider falsch. Ganz im Gegenteil: Kaffeesatz verbindet sich oft mit Ölresten und wird dann im Rohr steinhart. Deshalb lieber im Biomüll entsorgen.
  4. Medikamente: Tabletten, Fiebersaft & Co. lösen sich im Abwasser auf, können jedoch im Klärwerk nicht vollständig herausgefiltert werden. So landen sie wieder in unserem Trinkwasser. Wie man alte Arzneimittel richtig entsorgt, ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Manche Landkreise empfehlen den Hausmüll, andere Apotheken, Schadstoffmobile oder den Wertstoffhof. Über die Seite arzneimittelentsorgung.de können Sie sich über die Vorgaben in Ihrem Wohnort informieren.
  5. Zigarettenkippen: Eingeweichte Kippen können nicht nur den Abfluss verstopfen. Alte Zigarettenstummel enthalten laut Utopia rund 4.800 chemische Substanzen sowie 250 Giftstoffe, von welchen nur die wenigsten aus dem Abwasser herausgefiltert werden können. Der Rest landet in Gewässern und im Grundwasser, was sowohl für uns Menschen als auch für Tiere schwere Folgen haben kann.
  6. Farben und Lacke: Ebenso verhält es sich mit Giftstoffen und Chemikalien aus Farben und Lacken (auch Nagellack!) – Klärwerke filtern nur einen Bruchteil heraus. Eingetrocknete Farbreste dürfen meist über den Hausmüll entsorgt werden, flüssige Reste gehören in den Sondermüll der nächstgelegenen Sammelstelle.
  7. Pflanzenschutz- und Düngemittel: Auch hier gilt: Giftige Dünger und Pflanzenschutzmittel dürfen nicht in den Abfluss. Die Entsorgung erfolgt meist über Sammelstellen, Schadstoffmobile oder Entsorgungsfirmen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nennt auf seiner Internetseite entsprechende Stellen, bei denen sich Verbraucher über die sachgerechte Entsorgung erkundigen können.

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Lebensmittel im Abfluss: Verstopfung und schlechte Gerüche können die Folge sein

Wer Lebensmittel über den Abfluss entsorgt, muss übrigens nicht nur mit einem verstopften Abfluss rechnen: „Proteine in Lebensmitteln enthalten unter anderem Schwefel, der durch Mikroben im Abfluss zu Substanzen wie Schwefelwasserstoff (H2S) abgebaut werden kann. Die stinken!“, erklärt Markus Egert, Professor für Mikrobiologie an der Hochschule Furtwangen gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Lebensmittelreste gehören deshalb immer in den Bio- oder Restmüll. Stinkt der Abfluss bereits, können Hausmittel helfen, unangenehme Gerüche zu beseitigen.

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