1. Costa Nachrichten
  2. Verbraucher
  3. Wohnen

Die Qual der Wahl: Sollten Hobbygärtner immer Markenprodukte kaufen oder reicht die Blumenerde vom Discounter?

Kommentare

In Sachen Blumenerde scheiden sich die Geister. Während manche ausschließlich auf teure Markenprodukte setzen, sind wiederum andere mit günstigen Alternativen zufrieden. Was ist sinnvoll?

Die Gartensaison ist im vollen Gange. Überall sprießt es aus dem Boden und Blumen, Sträucher und Bäume lassen Grünflächen deutschlandweit in leuchtenden Farben erstrahlen. Für Hobbygärtner sind Frühling und Sommer selbstverständlich die aufregendsten Jahreszeiten. Doch nicht alle Pflanzenliebhaber haben von Haus aus einen grünen Daumen. Manchmal steckt einfach — vielleicht sogar buchstäblich — der Wurm drin. In vielen Fällen hat daran die benutzte Blumenerde Schuld. Denn auch wenn die Unterschiede nicht immer sofort mit bloßem Auge zu erkennen sind, ist Blumenerde nicht gleich Blumenerde.

Auf dem Markt finden sich zahlreiche verschiedene Produkte, die sowohl in Sachen Preis als auch im Hinblick auf ihre Qualität stark variieren. Welche Erde die richtige für Sie ist, hängt von vielen Faktoren ab. Eine breite Auswahl verschiedener Sorten finden Sie häufig sogar schon im Discounter. Doch sollten Sie für Ihre Pflanzen nicht vielleicht doch auf teurere Markenprodukte setzen? Wir haben hier alle wichtigen Infos zum Thema Blumenerde für Sie zusammengestellt. 

Universalerde, Blumenerde, Pflanzerde: Das sind die Unterschiede

Eine Frau in roter Bluse füllt mit einer Schaufel Blumenerde in einen Topf. Im Hintergrund sind Pflanzen und ein Gewächshaus zu sehen.
Bei Blumenerde gibt es sehr große Qualitätsunterschiede. © IMAGO

Mit dem Begriff „Blumenerde“ sind im alltäglichen Sprachgebrauch meist alle Substrate gemeint, die zum Anpflanzen gebraucht werden. Tatsächlich ist sie jedoch nur eine der drei Erdsorten, die beim Gärtnern am meisten Verwendung finden. Blumenerde sollte grundsätzlich nur für Zimmer-, Balkon- oder Kübelpflanzen genutzt werden, die nicht auf freier Fläche Wurzeln schlagen müssen.

Für Gartengewächse wie Sträucher oder Bäume ist sogenannte Pflanzerde besser geeignet. Sie besteht unter anderem aus Kompost, Holz- bzw. Kokosfaser oder Lava und erleichtert das Anwachsen. Teilweise ist Pflanzerde auch mit Guano versetzt. Dieses nährstoffreiche Pulver bildet sich aus den Exkrementen von Seevögeln und gilt als besonders guter Dünger. Seine Beschaffung ist jedoch absolut nicht nachhaltig, weshalb häufig davon abgeraten wird, mit Guano angereicherte Pflanzerde zu kaufen. Am weitesten verbreitet ist sicherlich die sogenannte Universalerde, die ihrem Namen nach vielseitig Verwendung finden kann. 

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie im regelmäßigen Newsletter unseres Partners 24garten.de.

Was macht eine gute Blumenerde aus?

Beim Kauf von Erde zum Pflanzen sollte darauf geachtet werden, dass das Produkt einen möglichst hohen Humusanteil aufweist. Denn die Zersetzung von Humus setzt Nährstoffe frei, die den Pflanzen beim Wachsen helfen. Auch der pH-Wert ist von Bedeutung: Grundsätzlich sollte die Erde fast neutral bei einem pH-Wert von 6,7 liegen. Blumenerde für Topfpflanzen ist dagegen besser leicht sauer bei einem pH-Wert von 5,6. Die Angaben dazu findet man leicht auf der Verpackung des Substrats.

Dort ist ebenso aufgeführt, ob die Erde Torf enthält. Zwar ist Torf besonders nährstoffreich, der Abbau dieser begrenzten Ressource gilt jedoch als äußerst umweltschädlich, da er Unmengen an CO₂ freisetzt. Heutzutage wird deshalb häufig zu torffreier Erde geraten. Laut dem Gärtner Volker Kugel in der SWR-Sendung Marktcheck gibt es außerdem bereits gute Alternativen, die die Nutzung von Torf überflüssig machen.

Qualitativ hochwertige Blumenerde lässt sich daran erkennen, dass sie locker ist und nach dem Zusammenpressen schnell wieder auseinander fällt. Außerdem sollte sie nicht zu grob sein. Je besser das Produkt ist, desto schneller nimmt es Wasser auf. Wird die Erde nach dem Gießen klumpig, ist sie sehr wahrscheinlich nicht von besonders guter Qualität. 

Discounter vs. Marke: Welche Blumenerde ist besser?

Für gutes Wachstum benötigen Pflanzen ausreichend Substrat. Beim Kauf von Blumenerde gilt dementsprechend das Motto: Besser zu viel als zu wenig. Außerdem sollte das Produkt nur eine Saison lang verwendet werden, da sich über den Winter Schädlinge ansiedeln können.

Aus diesen und anderen Gründen fragen sich viele Hobbygärtner, ob Markenerde wirklich die bessere Wahl ist oder ob nicht auch das Produkt aus dem Discounter ausreicht. Tatsächlich lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Denn sowohl Fachgeschäfte im höheren Preissegment als auch günstige Supermärkte bieten teils gute und teils schlechte Blumenerde an. Wer auf Nachhaltigkeit setzt, sollte ein Produkt ohne Torf oder Guano kaufen. Keinesfalls darf die Verpackung beschädigt sein oder die Erde nach Schimmel riechen.

Im Internet finden sich zahlreiche Vergleiche von Blumenerde, die Sie im Zweifel vor dem Kauf zurate ziehen können. Markenprodukte schneiden dabei nicht zwingend besser ab als die aus dem Discounter. Bei einem Warentest der Arbeiterkammer Oberösterreich aus dem Jahr 2021 ging beispielsweise ein „Lidl“-Produkt als Testsieger hervor. Das Resümee der Experten lautete damals: „Sehr gute Blumenerde muss also nicht teuer sein.“

Auch interessant

Kommentare

Teilen