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Warum werfen Bäume jetzt schon ihre Blätter ab? 

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Von: Franziska Kaindl

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Schon jetzt im August verlieren viele Bäume ihre Blätter und Früchte. Manche Gärten wirken, als wäre bereits der Herbst eingekehrt. Woran liegt das?

Wer aktuell einen Blick in den Garten wirft, erblickt je nach Region nicht mehr viel Grünes. Das Gras ist gelb und vertrocknet, und auch die Bäume werfen teilweise schon seit Ende Juli die ersten Blätter ab. Für manch einen mag es wirken, als wäre jetzt schon Oktober. Aber woher kommt dieses Phänomen und lässt sich etwas dagegen tun?

Hitze und Dürre zwingen Bäume dazu, Ballast abzuwerfen

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen mag: Mit dem herbstlichen Blattabwurf hat das aktuelle Verhalten der Bäume nichts zu tun. Tatsächlich handelt es sich um eine akute Reaktion auf den Trockenstress, dem die Natur durch eine langandauernde Hitzeperiode ausgesetzt ist, wie der BR berichtet.

Was genau passiert? Über kleine Spaltöffnungen an der Unterseite verdunsten die Blätter Wasser und nehmen CO₂ auf. Gleichzeitig wird über die Baumwurzeln Wasser aufgenommen, welches im ganzen Baum bis in die Blätter verteilt wird – dort ist es ein wichtiger Bestandteil der Fotosynthese, bei der das aufgenommene CO₂ gebunden wird. Durch die Dürre fehlt es den Bäumen allerdings an Wasser, welches über die Pflanzenwurzeln aufgenommen wird. Die Bäume schließen also schon am Nachmittag ihre Spaltöffnungen, um Wasser zu sparen. Wenn der Wasser-Nachschub schließlich komplett fehlt, „schließen die Bäume die Spaltöffnungen komplett, um weiteres Verdunsten zu verhindern“, so Lothar Zimmermann von der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft laut BR. Dafür kann aber auch keine Fotosynthese mehr betrieben werden. Um zu überleben, wirft der Baum irgendwann allen Ballast ab, neben Blättern sind das auch Früchte wie Äpfel oder Birnen.

Verbranntes Laub nach direkter Sonneneinstrahlung während einer Hitzewelle und Trockenheit.
Verbranntes Laub nach direkter Sonneneinstrahlung während einer Hitzewelle und Trockenheit. © Gottfried Czepluch/Imago

Erholen sich die Bäume wieder vom Hitzesommer?

Wenn Bäume schon im Sommer ihre Blätter verlieren, könne das die Vitalität der Bäume schwächen, wie die Freiburger Forstwissenschaftlerin Rita Silva laut Deutscher Presse-Agentur erklärt. Laut Lothar Zimmermann hänge das allerdings von dem Schweregrad der Schädigung ab. Meistens würden Bäume im nächsten Jahr mit weniger und kleineren Blättern reagieren und mehr Energie in das Tiefenwachstum der Wurzeln stecken – um später wieder mehr Wasser aufnehmen zu können. Zum Baumsterben kommt es laut Untersuchungen von Henrik Hartmann vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena und internationalen Kollegen, wenn die Wasserleitfähigkeit der Bäume auf unter 40 Prozent fällt. Das heißt: Über die Hälfte des Leitgewebes des Baums ist zu schwach, um das Wasser aus dem Boden nach oben in alle Baumwinkel zu transportieren.

Wie viel Wasser brauchen Bäume, um sie vorm Verdursten zu schützen?

„Jeder Tropfen, den man an die Wurzeln bringt, ist besser als nichts“, sagt Klaus Körber von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim laut BR. „Aber das können ruhig auch mal 200 Liter sein. Ein Eimer nützt in der Regel eher wenig.“ Am besten ist beim Gießen das Prinzip „selten, aber reichlich“, gerade bei jüngeren Bäumen. Denn dann würde das Wasser in tiefere Bodenschichten versickern und die Pflanzen anregen, tiefer zu wurzeln.

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