Herbstlich verfärbte Blätter an einer Linde
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Braune Verfärbungen von Blättern können vom Trockenstress herrühren.

Sommer-Hitze

Pflanzen bei Trockenheit: Was Sie bei Wassermangel keinesfalls tun sollten

Die Dürre macht vielen Pflanzen zu schaffen - und zeigt sich in Form von Trockenstress. Bemerken Sie die Belastung durch Wassermangel, sollten Sie eine Sache unbedingt vermeiden.

  • In den letzten Jahren mussten Pflanzen mit mehr Trockenheit* zurechtkommen als zuvor.
  • Das macht sich in Form von Trockenstress bemerkbar.
  • Wie Sie ihn erkennen und was Sie tun können, erfahren Sie hier.

Obwohl in Deutschland im Sommer die 30-Grad-Marke regelmäßig geknackt wird, erscheint vielen das Jahr 2020 als recht regnerisches Jahr. Schließlich kam es erst im Juli zu richtigen Höchsttemperaturen. Das täuscht aber: Tatsächlich sind die Böden aufgrund des seit Jahren ausbleibenden Regens extrem trocken, wie der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt - die Böden in einigen Regionen, vor allem im Südosten, in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und in Teilen von Niedersachsen sind sogar in größerer Tiefe viel zu trocken.

So macht sich Trockenstress bei Pflanzen bemerkbar

Diese Dürre macht den Pflanzen und Bäumen im heimischen Garten genauso wie auf landwirtschaftlichen Flächen zu schaffen - es kommt zu Trockenstress, auch Wasserstress genannt. Hierbei handelt es sich um eine Belastung, die durch Wassermangel an Pflanzen hervorgerufen wird. Wie die Gartenakademie Rheinland-Pfalz erklärt, muss der Trockenstress nicht gleich zu welken Blättern und kaputten Pflanzen führen. Bei Gehölzen mit tieferreichenden Wurzeln sei es oft gar nicht auffällig. Hier zeigt sich der Mangel eher an einem gestörten Pflanzenwachstum.

Gießen mit Rasensprenger

Bei Sommer-Hitze behelfen sich viele Hobbygärtner mit einem Rasensprenger (werblicher Link). So sind die Pflanzen gut bewässert, ohne dass Sie viel Handarbeit leisten müssen.

Durch den Wassermangel würden keine Nährstoffe aus dem Boden geliefert werden, was die Mangelsymptome hervorrufe. Dazu gehören zum Beispiel Chlorosen, also braune Verfärbungen zwischen den Blattadern. Das Problem hierbei sei, dass ein trockener Boden auch einen höheren Salzgehalt vorweist - dieser liegt dann höher als bei den Pflanzen. Dadurch beginnt laut Gartenakademie „die Wasseruhr rückwärts zu laufen“: Der Boden fängt an, den Pflanzen das Wasser zu entziehen - auch umgekehrte Osmose genannt.

Pflanzen bei Hitze: Was Sie bei Trockenstress keinesfalls tun sollten

Um den Prozess der umgekehrten Osmose nicht zu verstärken, sollten Sie es vermeiden, die Pflanzen zu düngen. Zwar könnte man meinen, dass die schwächelnden Pflanzen dadurch wieder zu Kräften kommen, tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall. Durch die Düngung erhöhe sich nämlich das Salzgehalt im Boden, wie die Gartenakademie Rheinland-Pfalz informiert. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um eine organische oder eine mineralische Düngung handle. Einzige Lösung gegen Trockenstress sei eine ausreichende Bewässerung.

Erfahren Sie hier: Mit diesen Hausmitteln bekämpfen Sie Mehltau jetzt erfolgreich.

Diese Langzeitfolgen hat Trockenstress bei Pflanzen

Trockenstress sorgt für eine immer fortschreitende Schwächung der Pflanzen. Zum Beispiel bilden sich weniger oder kleinere Blätter, Blätter werden früher abgeworfen und das Wachstum ist gestört. Dadurch können die Pflanzen nur noch wenig Reservestoffe im Herbst einlagern, was sie wiederum zu einem gefundenen Fressen von Parasiten und Pilzen macht. Wenn die Schwächung der Pflanze bereits so weit fortgeschritten ist, hat es laut Gartenakademie Rheinland-Pfalz keinen Sinn mehr, die Folgeerkrankungen zu bekämpfen.

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Pflanzen bei Hitze: So beugen Sie Trockenstress vor

Damit Ihre Pflanzen gar nicht erst an Trockenstress leiden müssen, können Sie einige Tipps der Gartenakademie befolgen:

  • Achten Sie bei der Pflanzung auf den bevorzugten Standort.
  • Gießen Sie lieber alle paar Tage durchdringend, als täglich in geringen Mengen.
  • Verbessern Sie das Wasserrückhaltevermögen durch Kompost, Mist und Gründünger.
  • Schützen Sie die Pflanzen mit Mulchschichten aus Laub oder Grasschnitt.
  • Schneiden Sie Trockenschäden gleich weg.
  • Hacken Sie regelmäßig am Abend den Boden, damit die Wasserversorgung verbessert wird.
  • Wässern Sie immergrüne Gewächse auch im Winterhalbjahr.

Lesen Sie auch: So werden Sie mit Grauschimmel auf den Pflanzen fertig.

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Diese zehn Fehler können Ihren Garten ruinieren

Gießen Sie Ihren Garten eher abends? Dann machen Sie es falsch. Denn es ist immer noch so heiß, dass der Großteil der Feuchtigkeit verdunstet. Deshalb ist die Mittagszeit auch der schlechteste Zeitpunkt, um die Gießkanne auszupacken. Am besten ist es, die Pflanzen morgens gegen sechs Uhr zu bewässern.
Oft wird beim Gießen nicht besonders darauf geachtet, wieviel Wasser die Pflanzen eigentlich individuell benötigen. So brauchen Sie mediterrane Pflanzen meist nicht so stark bewässern, da sie schwüles Wetter gewöhnt sind. Als Faustregel gilt: Je größer die Blätter, umso mehr Wasser benötigt die Pflanze.
Die meisten Hobbygärtner verlassen sich bei der Gartenpflege auf den Rasenmäher mit Fangkorb. Doch dadurch lassen Sie sich eine einfache Gelegenheit den Rasen zu düngen und vor der Hitze zu schützen, durch die Lappen gehen. Lassen Sie stattdessen den Schnitt als Mulch auf dem Rasen liegen - er versorgt ihn mit Nährstoffen und speichert Feuchtigkeit für heiße Tage.
Topfpflanzen bekommen meist genauso viel Zuwendung, wie alle anderen Pflanzen im Garten - doch das ist ein Fehler. Sie brauchen mehr Wasser, da sie von weniger Erde umgeben sind, die die Feuchtigkeit speichern kann. Deshalb müssen Sie täglich ausgiebig bewässert werden. Um die weggewaschenen Nährstoffe wieder herzustellen, brauchen Topfpflanzen zudem eine regelmäßig Düngung.
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