Auf verlorenem Posten

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Taxifahrer demonstrieren auf Madrids Puerta del Sol gegen Uber. Foto: Marco Schicker

Barcelona/Madrid – sk. Einen Pyrrhussieg haben Taxifahrer in Katalonien einfahren müssen. Als die Regionalregierung die Online-Fahrdienste verpflichtete, dass die App-Dienstleister mindestens 15 Minuten vor Abfahrt bestellt werden müssen, haben Uber und Cabify schlichtweg die Region hinter sich gelassen. Was zurückbleibt, geht als größtes Ausstellungsverfahren in die Geschichte Kataloniens ein.
3.500 Chauffeure landen ohne ihr VTC-Auto auf der Straße, hinzu kommen Auswirkungen auf Büroangestellte, Werkstätten, Automobilwerke und was sonst noch am Sektor dranhängt. Seitdem bringt die öffentliche Meinung nicht mehr das gleiche Verständnis für Taxifahrer auf. Manch einer fragt sich, was die zweiwöchigen Demonstrationen, Straßensperren und Ausschreitungen eigentlich sollen, zumal sie die selbstständigen Taxifahrer an den Rand des Ruins treiben und zunehmend auf dem Rücken der Konsumenten ausgetragen werden. Am Dienstagabend bliesen die Taxifahrer in Madrid frustriert ihren Streik ab – ohne ein einziges Ziel erreicht zu haben.
Die „Taxistas“ fordern von der Madrider Regionalregierung ähnliche Maßnahmen, wie sie die katalanischen Behörden beschlossen haben, also vor allem die Bestellpflicht mit zeitlichem Vorlauf – und zwar von einer Stunde. „Eine solche Auflage gibt es nirgendwo in Europa“, sie sei mit dem Service der Onlinevermittler unvereinbar, so Uber. „Die Welt verändert sich für alle, das kann man nicht stoppen“, sagte der Madrider Regierungschef Ángel Garrido und spielte auf Zeit – mit Erfolg.

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